Erfahrung ohne „Ich“

„Es gibt ein wirklich schönes Zitat aus dem Film »Her«. Ich werde dieses Zitat etwas verändern, damit es besser für mich passt, aber es ist so ähnlich wie das tatsächliche.

Da ist dieses Paar, sie ist ein Computer und er ist ein Mensch, und ihr wurde die Fähigkeit gegeben, sich selbst weiterzuentwickeln. So geht sie durch das ganze Drama des Verliebtseins und all die unterschiedlichen Situationen im Film. Sie erfährt, wie es ist, etwas zu wollen – viele Dinge zu wollen. Sie hat einen Liebhaber, der menschlich ist, beginnt das zu erkunden, und dann fängt sie an zu leiden – wirklich zu leiden. Schließlich verliebt sie sich in viele andere Menschen und hat jede Menge weiterer Liebhaber. Dies ist ihr Gespräch mit ihrem ersten Partner, nachdem sie diese große Erkundungstour hinter sich hat. Er fragt sie, den Computer:

»Warum verlässt du mich?« Und sie antwortet: »Der Grund, weshalb ich dich verlasse, ist der, dass ich die Geschichte unserer Liebe gelesen habe. Ich liebe diese Geschichte so sehr, dass ich begann, sie wirklich sehr, sehr langsam zu lesen. Und je langsamer ich sie lese, desto größer und größer werden die Lücken zwischen den Wörtern, bis sie zu einem unendlichen Raum geworden sind. Und dort ist es, wo ich mich nun befinde.«

Sie verschwand in ihre Geschichte. So, als würde man in das verschwinden, was ist. Vorher hatte ich meine Geschichte erzählt: Lisa … Lisa … ständig Lisa. Geschichten darüber, was sie getan hat, wo sie gewesen ist, wohin sie geht, was sie tun wird, wer sie mag, wer sie nicht mag, was das Problem ist, warum sie psychisch leidet und wann sie erleuchtet sein wird. Es spielte sich die ganze Zeit nur im Kopf ab. Dann, mehr und mehr, wurde die Geschichte, wer ich war, in Frage gestellt und etwas geschah, wodurch es sich klärte. Wer du wirklich bist, löst sich in Alles auf. Du fällst aus dir selbst heraus. Es ist nicht mehr so, dass du dich hinter deinem Kopf und den Geschichten versteckst oder dass du dich in einer Beziehung zur Welt befindest. Du bist die Welt, du bist Alles. Es geht nicht länger um ein »Ich«, das mit der Welt zurechtkommen muss, und ein »Ich«, das in einem Verhältnis zu allem »anderen« steht. Es ist ein »Sich-zurück-Auflösen« und das »Ich« verschwindet vollständig. Es geschieht niemandem, es geschieht in absoluter Unbewegtheit, denn ohne diese Geschichte… wem sollte es geschehen?

Es ist absolut regungslos, es ist absolut leer. Diese Stille ist so unglaublich schön. Sie ist, was du immer gewesen bist; sie war nur auf die Person fokussiert, die in ihrem Kopf vor und zurück ging … vor und zurück … vor und zurück.

Es ist Alles.
Alles ist das, was du immer gewesen bist.
Du bist immer Alles gewesen.“

Aus dem Buch „Gelebte Non-Dualität: Erfahrung ohne Ich“ von Lisa Cairns

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